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Von Nackenheim nach Speyer |
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Hungertuchwallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn beteiligen sich an der MISEREOR Fastenaktion 2012 unter dem Leitwort „Menschenwürdig leben. Kindern Zukunft geben!“- zu Fuß von Nackenheim bei Mainz nach Speyer mit dem Hungertuch aus Togo -
Erzbistum Paderborn/Siegen/Olpe/Hagen/Nackenheim/Friesenheim/Alzey/Grünstadt/ Neustadt/Speyer/Bistum Speyer
Wenn der Karneval langsam ausklingt und die letzten Fastnachts-Umzüge laufen, begeben sich alljährlich Hungertuch-Wallfahrerinnen und –wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn auf einen 5-tägigen Fußmarsch, um an der bundesweiten Eröffnung der MISEREOR Fastenaktion teilzunehmen. In diesem Jahr liegen die Freude und Ausgelassenheit des Karnevals und die ernsten Überlebensthemen der Menschheit besonders dicht beieinander: Die Hungertuchwallfahrt startet in Nackenheim (südlich von Mainz) in einer Karnevalshochburg und nimmt von dort aus den rund 120 km langen Fußweg nach Speyer unter die Füße. Am 26. Februar wird im Dom zu Speyer in Anwesenheit weltkirchlicher Gäste die MISEREOR Fastenaktion 2012 eröffnet. Dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit dem aus dem Erzbistum Paderborn stammenden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. In Neustadt wird es für die Wallfahrer einen besonderen Höhepunkt geben: Der scheidende Hauptgeschäftsführer von MISEREOR Prälat Prof. Josef Sayer und sein Nachfolger Pirmin Spiegel werden die Wallfahrtsgruppe eine Teiletappe begleiten und abends in der St. Piuskirche einen gemeinsamen Gottesdienst feiern.
Bereits zum 17. Mal beteiligt sich eine 60-köpfige Wallfahrtsgruppe an der MISEREOR Fastenaktion. Mitgetragen wird das aktuelle MISEREOR Hungertuch, das vom togolesischen Künstler Sokey Edorh gestaltet wurde. Es zeigt aus afrikanischer Sicht ein Bild zum biblischen „Jüngsten Gericht“ auf dem Hintergrund des pulsierenden Lebens in einem Slum. Besonders in den Blick genommen werden die Kinder, die auf dem Hungertuch und im wirklichen Leben am stärksten unter den unmenschlichen Lebensbedingungen in den städtischen Slums leiden. Beispiele sind die Kinder, die in Nairobi oder Kalkutta vom Müllsammeln auf riesigen Halden leben oder deren Kindheit sich in Guatemala zwischen Drogenkonsum und Schießereien abspielt. MISEREOR ruft als katholisches Hilfswerk dazu auf, weltweit Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu schaffen und das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, wie es die UN-Generalversammlung in ihrer Menschenrechtskonvention bereits 1989 forderte.
Um diesem Thema Raum und Resonanz zu geben, nehmen die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn die rund 120 km lange Wegstrecke von Nackenheim bis nach Speyer unter die Füße. Die Menschen unterwegs, denen man begegnet, sollen aufmerksam und angesprochen werden. Die Teilnehmer wollen zugleich sich selbst und ihren eigenen Lebensstil hinterfragen. Die Wallfahrer wollen am Eröffnungsgottesdienst am Sonntag (26. Februar) in Speyer mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und internationalen Gästen teilnehmen. Dieser Gottesdienst wird bundesweit in der ARD live übertragen. Am Samstag, 25. Februar, treffen sich um 13 Uhr weitere Hungertuchwallfahrer zu einem gemeinsamen Weg durch die Fußgängerzone in Speyer, um gemeinsam einen Ankommensgottesdienst in St. Bernhard zu feiern. Daran werden die weltkirchlichen Gäste, MISEREOR Hauptgeschäftsführer Prälat Professor Dr. Josef Sayer, sowie die Gastgeber aus dem Bistum Speyer teilnehmen. Unterwegs sorgt Pfarrer Karl-Hans Köhle aus Siegen mit einer Vorbereitungsgruppe für die geistliche Begleitung und die Vorbereitung der Gottesdienste. Für die Streckenauswahl ist Jochen Voß aus Olpe verantwortlich. Die Wallfahrer werden von Malteser Hilfsdienst aus Olpe begleitet und versorgt.
Gäste, sie sich unterwegs für ein Wegstück oder eine Tagesetappe anschließen wollen, sind willkommen.
Zur Route der Wallfahrt: Der Fußweg startet an Karnevalsdienstag (21. Februar, 12 Uhr) in Nackenheim. Unterwegs wird Quartier gemacht in Friesenheim (21. Februar) in der Gemeindehalle und im kath. Gemeindehaus, sowie in den Katholischen Kirchengemeinden St. Joseph in Alzey (22. Februar) und St. Peter in Grünstadt (23. Februar). Weiter geht es über Neustadt, Pfalz-Jugendherberge (24. Februar) nach Speyer. Unterwegs werden folgende Orte berührt: Schwabsburg, Dexheim (Dienstag); Gauodernheim (Mittwoch); Stetten, Bockenheim (Donnerstag), Leistadt, Deidesheim (Freitag), Hambacher Schloß, Hanhofen (Samstag).
Hintergrund: Das Dekanat Siegen hat wiederum die Organisation und Durchführung der Hungertuchwallfahrt aus dem Erzbistum Paderborn übernommen. Rund 60 Teilnehmer, überwiegend aus dem Raum Hagen, dem Sieger- und Südsauerland, werden sich durch ihre Beteiligung an die Seite der Armen stellen. Viele betrachten die Wallfahrt als Gelegenheit zur persönlichen Besinnung und zum geistlichen Auftanken. Manche erhoffen sich einen guten Start in die Fastenzeit: mit besonders gestalteten Gottesdiensten und spirituellen Impulsen, den Schweigestunden und Gesprächen und dem Erlebnis einer Gruppe, unterwegs mit einfachen Mitteln auszukommen.
Hungertuch Seit Jahren hat MISEREOR den mittelalterlichen Brauch der Hungertücher in aktueller Form aufgegriffen. Ursprünglich wurde während der Fastenzeit der Altarraum in der Kirche mit einem schmucklosen Tuch (Schmachtlappen) verhüllt. Jetzt haben vorwiegend Künstler aus der sogenannten „Dritten Welt“ ihre aktuelle Sicht der Weltereignisse mit der Botschaft des Evangeliums in Verbindung gesetzt. Seit über 25 Jahren ist dieses wieder entdeckte und neu erfundene Medium aus den Kirchen in Deutschland und in vielen anderen Ländern nicht mehr weg zu denken.
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